Ein Dorf macht Geschichte(n)

Wie kann man die Historie eines Ortes lebendig halten? Um diese Frage zu beantworten, wird von der Ortsgemeinde und dem Land Rheinland-Pfalz das Projekt “Weyher aus vielen Perspektiven erleben” gefördert. Im Kern geht es darum, dass viele Bürgerinnen und Bürger – vor allem natürlich ältere Menschen – ihre Erlebnisse und Erfahrungen zu Orten und Geschehnissen im Dorf einbringen und diese Erzählungen mit Bild-, Ton- und Filmdokumenten angereichert werden. Präsentiert wird das Ganze dann im September auf einer in der Entwicklung befindlichen neuen Weyher-Webseite, unterstützt wird es durch die LEADER-Förderung des Landes Rheinland-Pfalz.

Einen ersten Höhepunkt dieses Projektes stellte ein Ferienprogramm dar, bei dem junge Menschen die Kamera führen konnten. Zunächst wurden einen Tag lang die Grundlagen erlernt: In und um das “Basislager” dieser Expeditionen – dem Dorfladen im Alten Rathaus – erklärten der frühere Journalist Richard Zinken, die medienerfahrene Weinprinzessin Paula Hanel sowie der Student der Medienproduktion Moritz Greiner den jungen Menschen worauf bei der Filmproduktion zu achten ist. Dabei kam schon etliches Material zusammen, das dann umgehend gemeinsam geschnitten wurde. 

Am zweiten Projekttag ging es dann hoch hinauf in den Glockenturm der Kirche St. Peter und Paul. Dort stellte Hans Anselmann das immer noch im Betrieb befindliche Uhrwerk von 1846 in allen Details vor – ein faszinierendes mechanisches Kunstwerk, das beweist, wie wichtig das Engagement einzelner Menschen für den Erhalt solch eines Erbes ist.

Ihre Begeisterung für die Geschichten und Geschichte Weyhers und insbesondere seiner Kirche zeigten auch Josef Schwaab und Andreas Möwes: Sie erzählten an diesem Tag über unzählige Details der Kirche St. Peter und Paul bis hinauf aufs Dach und den sie umgebenden Friedhof – und sie machten dies so souverän und kurzweilig, als hätten sie nie etwas anderes gemacht.

Vieles steht im Zuge des LEADER-Projektes thematisch noch auf dem Programm, etliche Menschen haben sich schon als Geschichtenerzähler gemeldet – und jeder ist herzlich eingeladen, teilzunehmen. Dabei geht es unter anderem um die Arbeitswelt rund um Wein und Wald, die Feste wie Fronleichnam und Kerwe, Mariengrotte und Michaelskapelle, das Schweizerhaus. Auch Erinnerungen an das Schwimmbad im Modenbachtal, die Amerikaner am Ludwigsturm oder an jene Vorfahren, die in der Villa Ludwigshöhe gearbeitet haben: Vieles droht in Vergessenheit zu geraten, das verdient erzählt zu werden: Denn Geschichte(n) lebendig zu halten, bedeutet, ein Dorf lebendig zu halten.

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