Autorenlesung von Walter Braun

Er ist weder ein verlorener Sohn noch ein Fremder. Er ist einer “von Weyher”, den es zwischendurch in die Ferne zog: Der Autor, Diplom-Psychologe und Hochschullehrer Walter Braun, der neulich seinen dritten Gedichtband veröffentlicht hat und nun im Rahmen des Seniorennachmittags in Weyher aus seinen Werken vortrug.

Schon früh in seinem akademischen Wirken verband er die psychologische Arbeit mit der Macht der Gedichte bei Themen rund um die Natur des Menschen, aber auch die Gesellschaft und Politik. Doch auch über diesen oft therapeutischen Nutzen wirkte die Leidenschaft für das Wort als Ausdrucksform seiner Gedanken- und Gefühlswelt.

Anlässlich einer der regelmäßigen Seniorennachmittage in Weyher las Walter Braun nun aus seinen eher heimatverbundenen Gedichten. Dabei ging es um seinen Blick auf ein Weyher, dem er sich nach Jahren in der Ferne annäherte und mit Zuneigung und Neugier wieder entgegen trat. Mit seiner “Weyherer Liebeserklärung” sprach er vielen Zuhörerinnen und Zuhörern aus der Seele und in die Seele – den Altweyherern ebenso wie den Zugezogenen. Ein Auszug:

“…
Dort stehen Reben für Lust und Wein
Und bestimmt Respekt das irdische Sein.
Nachbarn helfen bei großem und kleinen Malheur
Und Heiterkeit zaubert ins Herz die Couleur.
Hier fand Goethes Faust ‘Zufrieden jauchzet Groß und Klein,
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein’.

Straße, trag mich heim,
Nach Weyher in der Pfalz, westlich vom Rhein,
Wo der Mensch gedeiht zum Akteur,
Wo noch Anstand verleiht die Honneur.

…”

Besondere Aufmerksamkeit erregte dabei auch die musikalische Vertonung der Werke, die Braun mithilfe von künstlicher Intelligenz erschaffen hat, um den Gedichten noch mehr Gewicht zu verleihen.

Ein kurzweiliges Beisammensein, an dem sich wie so oft auch andere beteiligten. So etwa trug Gertrud Weissmann Mundart-Gedichte von Paul Tremmel aus dem Buch “Feierowend” vor. Besonders eingängig und einladend ist dessen “Wann ist mer Pälzer?” mit der bezeichnenden Strophe “Ganz allee es Herz is wichtich, wer sich zu de Palz bekennt, der wird Pälzer dann genannt.”.

Wieder zeigt sich, wie gut das Konzept der Seniorenbeauftragten Alfred Hambsch und Thomas Herrmann aufgeht, möglichst viele aktiv teilhaben zu lassen. So wundert es nicht, dass das Interesse an diesen Veranstaltungen weiter groß ist – nicht zuletzt natürlich auch wegen der hervorragenden Bewirtung, bei der immer viele mitwirken.

Die “Geschichten-Gedichte, ein lyrisches Rendezvous mit dem Leben” von Walter Braun kann unter der ISBN 978-620-9-21082-2 im Buchhandel bestellt werden.

Walter Braun, Autorenlesung

Seniorennachmittag

Gertrud Weissmann

Gedichtsband Walter Braun

Fotos: Richard Zinken

Die Osternacht in Weyher

Zum Schein des Osterfeuers und des hellen Mondes fand sich die Gemeinde in der Osternacht unterhalb der Kirche ein, um gemeinsam diesen besonderen Moment zu feiern.

Geleitet wurde die Zeremonie von Kaplan Ravi Mundlapati, der mit den Messdienern die Osterkerze segnete und – auch wenn der Wind es ihnen nicht leicht machte – entzündete. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde ging es dann in die dunkle Kirche zur Eucharistiefeier, bevor der Tag anbrach und mit einem gemeinsamen Frühstück im Luisenstift begrüßt wurde.

Fotos: Richard Zinken

Osterfeiern in Weyher

Das Osterfest in Weyher beginnt an Gründonnerstag mit einem Abendmahlsamt um 20 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul, anschließend folgt eine Anbetung bis 22 Uhr. Der Karfreitagsgottesdienst findet um 15 Uhr statt, gefolgt von einer Anbetung bis 18 Uhr. Um 17.30 Uhr gibt es eine Andacht.
Der Ostersonntag beginnt früh und stimmungsvoll: Um 5:30 Uhr beginnt die Osternachtsfeier mit dem Osterfeuer vor der Aussegnungshalle: Die Osterkerze wird gesegnet und die Gemeinde geht gemeinsam in die dunkle Kirche zum Wortgottesdienst. Nach der Tauferneuerung folgt die festliche Eucharistiefeier. Im Anschluss an den Gottesdienst lädt der Gemeindeausschuss zum Osterfrühstück ins Luisenstift ein.

Da an den Kartagen die Glocken „trauern “ und deshalb nicht läuten, werden die Messdiener dies übernehmen. Sie „gärren“ an diesen Tagen,  d.h. sie laden mittels Lärminstrumenten und Gesang zu Gebet und Gottesdiensten ein – und am Samstag bitten sie dafür um „Lohn“.

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