Ganz in der Früh am Sonntag den 26. April trafen sich 20 Menschen und 3 Hunde auf dem Alten Schulhof in Weyher, um mit Biowinzer Ludwig Seiler in die Welt der Vogelstimmen einzutauchen. Begrüßt wurden sie von Tanja Weidmann vom Pfälzerwald-Verein, der zu dieser Wanderung auch Gäste herzlich willkommen hieß.
Vor allem um Kirchenkultur ging es beim jüngsten von den Jungwinzern Weyher organisierten Ausflug – aber Genuss und guter Wein kamen natürlich nicht zu kurz!
Die Besichtigung des Speyerer Doms stand im Zentrum, doch dank des ganz besonderen Gastgebers dort war es keine gewöhnliche Führung: Wohl kaum jemand kennt den Dom so gut und kann verschlossene Türen so öffnen, wie der emeritierte Domkapitular Karl Ludwig Hundemer. Und es machte ihm erkennbar Freude, sein Wissen mit deninteressierten Besuchern aus seinem Heimatort Weyher zu teilen. Gemeinsam ging es durch steinerne Gänge, Wendeltreppen und durch das Dach auf einen der Türme. Besonders beeindruckte der Blick von der Orgel über das gesamte Kirchenschiff und das Blättern in der Pergamenthandschrift Codex Aureus Spirensis.
Zwischendurch ging es zur Stärkung in den Domhof, wo es auch für Jungwinzer ein hausgebrautes Bier vor weiterer Kultur und Geschichte und als Vorbereitung auf das weitere Highlight sein durfte: Den Besuch beim Weingut Bergdolt-Reif & Nett in Duttweiler.
Winzer Christian Nett nahm sich viel Zeit für seine Besucher und gab interessante Einblicke in die Arbeit des außerordentlich innovativen und mutigen Weinguts. Insbesondere auf ihrem konsequenten Weg hin zuentalkoholisiertenWeinen haben sie sichauch in der Spitzengastronomie einen Namen gemacht.
Der Tag klang gesellig aus mit einem gemütlichen Picknick unter den Arkaden des Dorfgemeinschaftshauses und es wird dank des erfreulichen Zuspruchs bestimmt nicht der letzte Ausflug dieser Art gewesen sein. Vor allem gilt dabei: Jeder ist herzlich willkommen, ob jung, ob Winzer, ob Jungwinzer!
Fotos: Christina Anselmann, Franziska Öchsner, Paula Hanel
Es gab so einige Aha-Momente für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Sensorik-Seminars, das die Jungwinzer Weyher am 6. März im Dorfgemeinschaftshaus veranstaltet haben. Als Expertinnen durften sie dazu Jennifer Henne-Bartz und Susanne Wolf von „MeetWine“ begrüßen, die gekonnt und unterhaltsam durch den Abend führten. Hat schon mal jemand gezuckerten Zimt mit zugehaltener Nase probiert? Das war einer dieser Aha-Momente, denn vom Zimt schmeckt man dann… nichts!
Vor allem aber ging es in allen Varianten um die Frage, welche Geschmacksrichtung – sauer, süß, sauer, salzig, bitter und umami – zu den insgesamt 16 Weyherer Weinen am besten passen. Um das herauszufinden, gab es die passenden Snacks: Gurke, Marshmallows, Oliven, Rauchmandeln, getrocknete Tomaten, Wasabi, Käse. Und um sich vorher, zwischendurch und nachher ordentlich zu stärken, hatten die Jungwinzer wieder mächtig ins Zeug gelegt, und leckeres Fingerfood gezaubert. So wurde es ein kurzweiliger Abend, an dem alle auf unterhaltsame Art so einiges über unsere Sinneswahrnehmung gelernt haben. Spannend zu beobachten war dabei, wie unterschiedlich sich die Wahrnehmung und der Geschmack der 25 Anwesenden im Saal hinsichtlich der Weine darstellte. Doch wie die Seminarleiterin ganz richtig sagte: Zum Glück ist das so, denn wenn wir alle den gleichen Geschmack hätten, gäbe es nur eine Art Wein auf der Welt!
Der Pälzer würde dazu wahrscheinlich antworten: Solange es ein Riesling ist…